KOM-Strategie für Bergsegmente
Am Berg verschieben sich alle Gewichte: Statt Luftwiderstand dominiert die Hangabtriebskraft. Das macht Prognosen einfacher – und den Tag weniger vom Wetter abhängig.
Was bergauf zählt
Ab etwa sechs Prozent Steigung gehen bei typischen Geschwindigkeiten über 80 Prozent der Leistung in Höhenmeter. Damit ist das Verhältnis von Leistung zu Systemgewicht die entscheidende Größe – Rad, Kleidung, Trinkflaschen inklusive.
Wind ist nicht irrelevant
Bei drei bis fünf Prozent Steigung und 20 km/h Fahrgeschwindigkeit macht Luftwiderstand noch 30 bis 40 Prozent aus. Rückenwind bringt dort messbar Zeit. Bei zehn Prozent Steigung ist der Effekt kaum noch spürbar.
Pacing über die Steigungsverteilung
Fahre in steilen Passagen etwas über und in flachen Passagen etwas unter der Zielleistung. Der Grund: Zeit verbringst du dort, wo es steil ist, und dort ist zusätzliche Leistung besonders wirksam. Abweichungen von fünf bis zehn Prozent um den Mittelwert sind sinnvoll, mehr wird riskant.
Temperatur und Kühlung
Bei niedriger Geschwindigkeit kühlt der Fahrtwind schlecht. An heißen Tagen verlierst du am Berg mehr Leistung als du durch dünnere Luft gewinnst – kühle Vormittage sind für Anstiege häufig schneller.
Kurz gesagt
Am Berg gewinnt Form und Pacing, im Flachen Wetter und Aerodynamik. Wähle dein Ziel nach deiner Stärke.
Häufige Fragen
Lohnt ein Aero-Rad am Berg?
Bis etwa fünf Prozent Steigung ja. Darüber gewinnt das leichtere Setup.
Wie viel bringen zwei Kilo weniger?
Grob ein bis zwei Prozent Zeit bei steilen Anstiegen – bei zehn Minuten Fahrzeit also sechs bis zwölf Sekunden.