CdA-Werte nach Fahrradtyp: Von TT bis MTB
CdA ist die effektive Widerstandsfläche aus Luftwiderstandsbeiwert und Stirnfläche. Sie erklärt, warum dasselbe Wattniveau auf verschiedenen Rädern völlig unterschiedliche Zeiten ergibt.
Richtwerte für die Praxis
Die folgenden Werte sind Ausgangspunkte für Prognosen, keine Messwerte. Körpergröße, Schulterbreite und Position verschieben sie deutlich.
- Zeitfahrrad, geübte Position: rund 0,22 m²
- Aero-Rennrad im Unterlenker: rund 0,27 m²
- Klassisches Rennrad: rund 0,30 m²
- Gravelbike mit Taschen frei: rund 0,34 m²
- MTB, aufrechte Haltung: rund 0,40 m²
Was der Unterschied bedeutet
Von 0,34 auf 0,27 sind rund 20 Prozent weniger Luftwiderstand. Auf einem flachen 2-km-Segment bei 38 km/h sind das schnell 8 bis 12 Sekunden – mehr als die meisten Trainingsblöcke in wenigen Wochen bringen.
Deshalb ist die Radwahl bei flachen Segmenten eine strategische Entscheidung, nicht Geschmack.
Position schlägt Material
Der Fahrer macht rund 70 Prozent des Widerstands aus. Unterarme waagerecht, Kopf tief, Schultern eingezogen – das bringt oft mehr als neue Laufräder. Nur muss die Position auch für die Dauer des Segments haltbar sein.
CdA selbst abschätzen
Fahre ein flaches Segment bei nahezu Windstille zweimal in Gegenrichtung mit Leistungsmesser und konstanten Watt. Aus Zeit, Leistung und Rollwiderstandsannahme lässt sich CdA rückrechnen. Für Prognosezwecke reicht das gut aus.
Kurz gesagt
Wähle den CdA-Wert deines realen Setups für die Prognose – ein zu optimistischer Wert macht jede Vorhersage unbrauchbar.
Häufige Fragen
Wie stark verändern Gravelreifen den Wert?
Grobe Reifen erhöhen sowohl Roll- als auch Luftwiderstand. Rechne auf Asphalt mit mehreren Prozent Zeitverlust gegenüber schnellen Slicks.
Zählt die Trikotwahl wirklich?
Ja. Ein flatterndes Trikot kann mehrere Prozent CdA kosten – auf 3 Minuten Segmentzeit sind das einige Sekunden.