FTP oder 5-Minuten-Leistung: Welcher Wert zählt für Segmente?
Für ein 90-Sekunden-Segment ist deine FTP fast irrelevant, für einen 20-minütigen Anstieg dagegen der wichtigste Wert. Die passende Kennzahl richtet sich nach der Dauer.
Dauer bestimmt die Kennzahl
Deine Leistungs-Dauer-Kurve fällt mit der Zeit ab. Für Prognosen brauchst du den Punkt der Kurve, der zur erwarteten Segmentdauer passt – nicht den Wert, der am besten klingt.
- unter 1 Minute: anaerobe Leistung, oft 150 bis 200 Prozent der FTP
- 1 bis 3 Minuten: rund 130 bis 160 Prozent
- 3 bis 6 Minuten: rund 115 bis 135 Prozent (VO2max-Bereich)
- 10 bis 20 Minuten: rund 100 bis 110 Prozent
Der klassische Fehler
Wer die 5-Minuten-Bestleistung in ein Modell für ein 3-minütiges Segment steckt, unterschätzt die Zeit deutlich. Umgekehrt liefert die FTP für kurze Segmente zu pessimistische Prognosen.
Noch wichtiger: Bestwerte aus einem Labortest sind nicht das, was du am Ende einer Trainingsrunde bei 8 Grad und Gegenwind an einem Feldweg abrufen kannst.
Realität schlägt Rechnung
Wenn du auf einem Segment schon eine Bestzeit hast, ist diese Zeit die verlässlichste Information über deine tatsächliche Leistungsfähigkeit dort. Leistungsdaten sollten die Prognose stützen, nicht überschreiben.
KomPredict nutzt deshalb vorhandene Bestzeiten als Anker und rechnet nur die Wetterdifferenz darauf. Die Physik übernimmt erst, wenn keine Historie existiert.
Kennzahlen sauber bestimmen
Teste kurze und mittlere Dauern getrennt und ausgeruht: 1 Minute, 5 Minuten, 20 Minuten – an unterschiedlichen Tagen. Aktualisiere die Werte alle sechs bis acht Wochen, sonst driftet die Prognose.
Kurz gesagt
Nutze die Leistung, die zur Segmentdauer passt – und lass vorhandene Bestzeiten immer Vorrang haben.
Häufige Fragen
Brauche ich unbedingt einen Leistungsmesser?
Nein. Mit vorhandenen Segmentzeiten lässt sich sehr gut arbeiten. Leistungsdaten helfen vor allem bei neuen Segmenten ohne eigene Historie.
Was ist mit W' bzw. der anaeroben Kapazität?
Bei Segmenten unter zwei Minuten dominiert sie. Dort sind Prognosen aus Dauerleistungswerten grundsätzlich unzuverlässig.