Was Gegenwind kostet: Watt, Sekunden und Erwartungsmanagement
Wind ist keine symmetrische Größe. Wer bei 15 km/h Gegenwind eine PR versucht, verschenkt einen Trainingstag ohne Chance auf ein Ergebnis.
Die Asymmetrie des Windes
Rückenwind reduziert die Zeit, in der er wirkt – Gegenwind verlängert sie. Deshalb wirkt Gegenwind länger auf dich ein und kostet mehr, als der gleiche Rückenwind einbringt. Auf einem Hin-und-zurück-Kurs bist du bei Wind immer langsamer als bei Windstille.
Wie viele Watt kompensieren Gegenwind?
Um bei 12 km/h Gegenwind dieselbe Geschwindigkeit wie bei Windstille zu halten, brauchst du auf flachem Terrain grob 60 bis 100 Watt mehr – abhängig von CdA und Ausgangsgeschwindigkeit. Für die meisten Fahrer ist das nicht kompensierbar.
- 5 km/h Gegenwind: rund 25 bis 40 Watt mehr
- 10 km/h: rund 50 bis 80 Watt mehr
- 20 km/h: 120 Watt und mehr – kein sinnvoller PR-Tag
Gegenwind sinnvoll nutzen
Gegenwindtage sind hervorragende Trainingstage: konstanter Widerstand, keine Abfahrtspausen, sehr gute Reizsetzung im Schwellenbereich. Nutze sie für Intervalle und spare den Kopf für den Tag, an dem die Richtung passt.
Kurz gesagt
Gegenwindtage sind Trainingstage. Speichere deine Topform für die Stunden, in denen die Windrichtung mit dem Segment übereinstimmt.
Häufige Fragen
Kann ich Gegenwind mit besserer Position ausgleichen?
Teilweise. Eine aerodynamischere Position senkt CdA um vielleicht 5 bis 10 Prozent – das entspricht nur wenigen km/h Windunterschied.
Lohnt sich ein Versuch bei leichtem Gegenwind?
Bei unter 3 km/h effektivem Gegenwind ist eine PR bei guter Form durchaus möglich. Darüber sinkt die Wahrscheinlichkeit schnell.