Rollwiderstand nach Untergrund: Asphalt, Schotter, Trail
Bei niedrigen Geschwindigkeiten und bergauf entscheidet der Rollwiderstand mit. Auf Schotter ist er oft der größte Bremsklotz überhaupt.
Crr-Richtwerte
Der Rollwiderstandskoeffizient Crr hängt von Reifen, Druck, Untergrund und Geschwindigkeit ab. Grobe Ausgangswerte für Prognosen:
- glatter Asphalt, schneller Slick: 0,0035 bis 0,0045
- normaler Asphalt: 0,0045 bis 0,0060
- fester Schotter: 0,0080 bis 0,0110
- grober Schotter: 0,0120 bis 0,0180
- Trail, weicher Boden: 0,0200 und mehr
Was das in Sekunden bedeutet
Von Asphalt auf festen Schotter verdoppelt sich der Rollwiderstand oft. Auf einem flachen 2-km-Segment bei 35 km/h kostet das leicht 10 bis 20 Sekunden – deshalb sind Feldweg-Segmente so stark von Reifen und Zustand des Wegs abhängig.
Zustand ändert sich
Nach Regen wird Schotter erst schneller (gebunden) und dann langsamer (weich). Nach dem Grädern eines Feldwegs ist er tagelang deutlich langsamer. Wenn deine Bestzeit von einem guten Wegzustand stammt, ist sie schwerer zu schlagen, als die Wetterdaten vermuten lassen.
Reifendruck
Zu hoher Druck erhöht auf rauem Untergrund den Widerstand durch Vibration. Auf Schotter sind niedrigere Drücke mit breiten Reifen fast immer schneller – auf glattem Asphalt gilt das Gegenteil.
Kurz gesagt
Auf Schotter ist der Untergrund die dominierende Unsicherheit – ordne Prognosen dort mit mehr Toleranz ein.
Häufige Fragen
Wie messe ich Crr für meinen Feldweg?
Rollversuche bei Windstille mit bekannter Masse und Auslaufstrecke oder ein Vergleich zweier Fahrten mit Leistungsmesser auf demselben Weg.
Warum stimmen meine Prognosen auf Schotter schlechter?
Weil der Wegzustand stark schwankt. Deshalb ist die eigene Segmenthistorie hier noch wichtiger als das Physikmodell.