Konfidenzintervalle bei Zeitprognosen richtig lesen
„3:01“ klingt präzise, ist aber irreführend. „2:56 bis 3:03“ sagt dir, wie sicher du planen kannst.
Woher die Breite kommt
Das Band entsteht aus der Unsicherheit der Eingaben: Windprognose, Tagesform, Ausführung und Untergrund. Je weiter der Prognosezeitpunkt in der Zukunft liegt und je windiger es ist, desto breiter wird es.
Typische Breiten
Auf einem drei Minuten langen Segment sind das realistische Größenordnungen:
- aktuelle Stunde, ruhiges Wetter: ±3 bis 5 Sekunden
- in 6 Stunden, moderater Wind: ±6 bis 10 Sekunden
- morgen, starker Wind: ±12 Sekunden und mehr
Was der Confidence-Wert aussagt
Ein Confidence-Wert bündelt drei Dinge: Stabilität der Wetterprognose, Menge eigener Vergleichsfahrten und Modellkalibrierung. Hohe Werte bedeuten, dass die Prognose belastbar ist – nicht, dass die Zeit schnell ist.
Zwei Zahlen zusammen ergeben die Entscheidung: eine gute erwartete Zeit mit hoher Konfidenz ist ein Grund, das Rad zu holen. Eine gute Zeit mit niedriger Konfidenz ist ein Grund, den Vormittag abzuwarten und neu zu schauen.
Kurz gesagt
Nutze das Band, nicht die Zahl – und lass die Konfidenz mitentscheiden, wann du losfährst.
Häufige Fragen
Sollte ich die untere Grenze als Ziel nehmen?
Nein. Die untere Grenze ist ein Best-Case, der in etwa jedem zehnten Versuch eintritt. Plane mit dem Erwartungswert.
Wird das Band mit mehr Fahrten enger?
Ja, weil die Modellkalibrierung besser wird. Der wetterbedingte Anteil bleibt aber bestehen.