Reifendruck und Segmentzeit: Der unterschätzte Hebel
Zu hart ist nicht schnell. Auf realen Straßen und erst recht auf Feldwegen liegt das Optimum deutlich unter dem, was auf der Reifenflanke steht.
Warum es ein Optimum gibt
Mehr Druck reduziert die Walkarbeit des Reifens, erhöht aber die Vibrationsverluste, weil Rad und Körper bei jeder Unebenheit beschleunigt werden. Ab einem bestimmten Punkt überwiegen diese Verluste – der Reifen wird langsamer, obwohl er härter ist.
Richtwerte
Für rund 85 kg Systemgewicht und 60/40-Gewichtsverteilung sind das brauchbare Startpunkte:
- 28 mm auf glattem Asphalt: 4,8 bis 5,5 bar
- 32 mm auf normalem Asphalt: 4,0 bis 4,6 bar
- 38 mm auf festem Schotter: 2,8 bis 3,4 bar
- 42 mm auf grobem Schotter: 2,2 bis 2,8 bar
Testen statt glauben
Fahre dasselbe Segment mit 0,4 bar Unterschied mehrfach bei ähnlicher Leistung. Auf rauem Untergrund sind Unterschiede von fünf bis zehn Sekunden pro zwei Kilometer nicht ungewöhnlich – ein größerer Effekt als viele Materialupgrades.
Kurz gesagt
Senke den Druck schrittweise, bis die Zeiten nicht mehr besser werden – das ist dein Optimum, nicht die Herstellerangabe.
Häufige Fragen
Sind breite Reifen langsamer?
Auf rauem Untergrund nein, dort sind sie meist schneller. Auf glattem Asphalt kostet die größere Stirnfläche etwas Aerodynamik.
Tubeless oder Schlauch?
Tubeless erlaubt niedrigere Drücke ohne Durchschlagsrisiko und ist deshalb auf Schotter meist die schnellere Wahl.