Gravelbike oder Rennrad: Was ist auf deinem Segment schneller?
Auf Asphalt gewinnt fast immer das Rennrad, auf grobem Schotter fast immer das Gravelbike. Interessant ist der Bereich dazwischen.
Die beiden Effekte
Das Gravelbike verliert aerodynamisch (höherer CdA, breitere Reifen, aufrechtere Haltung) und beim Rollwiderstand auf glattem Untergrund. Es gewinnt, sobald der Untergrund grob wird: bessere Traktion, weniger Vibrationsverluste, ruhigere Linie.
Zeitdifferenzen in der Praxis
Auf einem flachen Zwei-Kilometer-Segment sind typische Größenordnungen:
- glatter Asphalt: Rennrad 15 bis 25 Sekunden schneller
- rauer Asphalt: Rennrad 8 bis 15 Sekunden schneller
- fester Feldweg: nahezu gleichwertig
- grober Schotter: Gravelbike 10 bis 30 Sekunden schneller
Wind verschiebt die Grenze
Bei starkem Rückenwind steigen die Geschwindigkeiten, damit gewinnt Aerodynamik an Bedeutung – das Rennrad wird relativ besser. Bei Gegenwind und niedrigem Tempo schrumpft der Nachteil des Gravelbikes.
Für die Prognose zählt das reale Rad
Trag in deinem Profil das Rad ein, mit dem du tatsächlich fahren wirst. Ein zu optimistischer CdA-Wert produziert Prognosen, die du nie erreichst – und macht die PR-Wahrscheinlichkeit wertlos.
Kurz gesagt
Wähle das Rad nach Untergrund, nicht nach Gewohnheit – und rechne die Prognose mit dem Rad, das du wirklich nimmst.
Häufige Fragen
Lohnt ein zweiter Laufradsatz mit Slicks?
Auf Segmenten mit Mischbelag oft der günstigste Zeitgewinn überhaupt.
Was ist mit Federgabeln oder MTB?
Nur auf echten Trails schneller. Auf Feldwegen kostet das Zusatzgewicht und der Widerstand mehr, als der Komfort einbringt.