Segmentausrichtung bestimmen: Bearing richtig berechnen
Ohne die Ausrichtung deines Segments ist jede Windanalyse Raten. Die Berechnung ist einfacher, als sie klingt – die Fallstricke liegen bei den Vorzeichen.
Bearing aus Start- und Endpunkt
Aus Start- und Endkoordinate lässt sich mit der Formel für den Initialkurs die Richtung in Grad berechnen: 0 Grad ist Nord, 90 Grad Ost, 180 Grad Süd, 270 Grad West. Für gerade Segmente genügt das völlig.
Kurvige Segmente segmentweise mitteln
Bei Segmenten mit Richtungswechseln teilst du die Strecke in Abschnitte, berechnest für jeden das Bearing und mittelst die Windkomponenten nach Abschnittslänge gewichtet. Ein einfaches Mittel der Winkel ist falsch, weil 350 und 10 Grad im Mittel nicht 180 ergeben dürfen.
Meteorologische Konvention beachten
Windrichtung wird als Richtung angegeben, aus der der Wind kommt. Wind aus 270 Grad ist Westwind und schiebt dich nach Osten. Für die Rückenwindkomponente rechnest du daher mit dem Winkel zwischen Segmentrichtung und der Richtung, in die der Wind weht – also Windrichtung plus 180 Grad.
Ein vertauschtes Vorzeichen an dieser Stelle ist der häufigste Fehler in selbstgebauten Windrechnern und dreht die Empfehlung genau um.
Höhenkorrektur
Wetterdienste geben Wind in 10 Metern Höhe an. In Fahrerhöhe und mit Hecken, Bäumen und Gebäuden ist es weniger – je nach Umgebung 50 bis 80 Prozent davon. Für Prognosen lohnt ein Abschlagfaktor je nach Exponiertheit des Segments.
Kurz gesagt
Bearing sauber berechnen, Konvention prüfen, Höhenkorrektur anwenden – danach stimmt die Windanalyse.
Häufige Fragen
Reicht Start- und Endpunkt aus Strava?
Für gerade Segmente ja. Bei kurvigen Segmenten liefert die Polyline deutlich bessere Ergebnisse.
Was ist mit Segmenten, die zweimal die Richtung wechseln?
Solche Segmente sind windunempfindlich und schlechte KOM-Ziele – die Effekte heben sich weitgehend auf.